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eastofthewest:reise

Jerewan 2026, Reiseberachtungen

2.5. das Erinnern

mein Thema formt sich

Einmal mehr im Flieger und nun zwei unbedrängte Stunden vor mir, ohne große Ablenkung, vielleicht ausser dem schreienden Baby hinter mir. Es wird wohl gewickelt, jedenfalls riecht es so. Wir sind viele Menschen, eng gedrängt in diesem schmalen Blechzylinder aus dem Weg nach Istanbul. Von dort aus geht es dann in etwa 5 Stunden weiter nach Jerewan in Armenien.

Wahrscheinlich machen sich die Staatschefs erst morgen auf den gleichen Weg in den Flugzeugen ihrer Regierungen, begleiten von ihrer Entourage und den Journalisten. Der EPG Gipfel Beginn mit einen gemeinsamen Essen Morgen (sonntag) Abend. Ich habe bisher noch wenig über ein Programm erfahren und stellen mir vor, es gibt viele Interessen, Absprachen und kleine, eher inoffizielle - aber nicht unerwartete, oder unvorbereitete Treffen.

Eine Agora. Ein Marktplatz für Begegnung in einen großeuropäischen Interessenraum, der nach dem Brexit und nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 vom französischen Präsidenten Macron in Leben gerufen wurde.

Es werden sicherlich einige Stoßwellen von dieser Gipfel ausgehen. Die meisten davon vielleicht im Stillen, oder nur bemerkt von den jeweils nationalen Fachleuten. Für Europa geht es um viel, für einige der hier anwesenden Staaten auch. Ich habe Claude gebeten, eine Liste aufzustellen, wer mit welchen zentralen Interessen morgen hier bei gemeinsamen Dinner sitzen wird.

Ukraine mit ihrer Sorgen wird ein Thema sein, aber auch Ukraine mit ihrer Kriegsexpertise in der Kampfführung mit Drohnen und KI. Ungarn mit seinem neuen Präsidenten Magyar. Und dann: Armenien, der Gastgeber, zwischen allen Stühlen und ohne echte Freunde oder Angebote. Ein Bittsteller in der Rolle des Hausherrn. Welche Hoffnungen und welche Enttäuschungen stehen da bevor.

Dazu machen Claude und ich Dossiers auf der Website. der TRIPP Korridor. Der Friedensvertrag mit Aserbaidschan. Die versuchte Abnabelung von Russland. Der Staatsbesuch von Macron und dem, war darin an Gewinn für die armenische Sicherheit liegen könnte.

Aber hier im Flieger will ich auf etwas andere schauen, auf eine Verbindung zum Ludwigprojekt: ich nenne das, um einen Anfang zu machen die Politisiertheit der Erinnerung.

„Was ist in der Vergangenheit geschehen?“ und „woran erinnern wir uns?“ Sind diese beiden Dinge gleich oder wenigstens eng verwandt? Im persönlichen meint man das, auch wenn es bisweilen erstaunt, wenn mann

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