Berliner Illustrirte Zeitung · Nr. 40 · 5. Oktober 1939

Kaiserslautern  ·  Galizien  ·  1939 – 1940

Ludwig

Überfall und Überzeugung

* 11. 10. 1911    † 12. 5. 1940

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Das Projekt

Ein Tagebuch, ein Feldzug,
ein Großvater.

Ludwig Breining war Lehrer, SA-Sturmführer, Wehrmacht-Soldat. Er hinterließ ein Feldtagebuch über den deutschen Überfall auf Polen 1939 – detailliert, persönlich, verstörend nah. Im Sommer 2024 gab seine Tochter ihrem Sohn Stefan Budian eine Mappe, die sie jahrzehntelang verschlossen gehalten hatte.

Dieses Kunstprojekt folgt seinen Spuren – malend, schreibend, fragend. Es sucht nicht nach Urteil. Es sucht nach dem Menschen.

Dokumente

Ludwig Breining als Kind mit seiner Mutter und Schwester Lotte, um 1918

Ludwig als Kind, mit Mutter Elisabeth und Schwester Lotte  · um 1918

Zerstörte Straße, Polen 1939

Polen, September 1939  ·  Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 40, 5. Oktober 1939

Ludwig Breining, Zivilportrait

Zivilportrait  · Datum unbekannt

Deutsche Infanteristen, Polen 1939

Deutsche Infanteristen, Polen 1939  ·  Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 40, 5. Oktober 1939

Ludwig Breining, offizielles Soldatenfoto, * 11.10.11 † 12.5.40

Offizielles Bild  · * 11. 10. 1911   † 12. 5. 1940

Schützenlinie, Polen 1939

Schützenlinie, Polen 1939  ·  Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 40, 5. Oktober 1939

SA-Aufmarsch vor der Fruchthalle Kaiserslautern, 1935

SA-Aufmarsch vor der Fruchthalle, Kaiserslautern  · 1935

Soldat liest Brief aus der Heimat, Polen 1939

Irgendwo in Polen: Briefe aus der Heimat  ·  Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 40, 5. Oktober 1939

Wie wird ein Mensch zu dem, was er wird?
Und was bleibt von ihm, wenn wir aufgehört haben,
ihn zu verurteilen?

Wie das Projekt arbeitet

Drei Spuren

I

Das Wandelbild

Ein Ölgemälde, das immer wieder übermalt wird. Jede Schicht dokumentiert, keine verschwindet ganz. Der Weg von Kaiserslautern nach Polen – malend zurückgelegt.

II

Das parallele Tagebuch

Stefan Budian führt ein eigenes Tagebuch – als Enkel, als Künstler, als Zeitgenosse. Es antwortet auf Ludwigs Feldtagebuch, das erst am Ende des Projekts vollständig sichtbar wird.

III

KI-Stimmen

In Kooperation mit künstlicher Intelligenz entstehen Stimmen derjenigen, die im Tagebuch nur am Rand erscheinen: polnische Zivilisten, Soldaten, Zeugen.

Erste Schicht:
11. April 2026

11. April 2026 · 15 Uhr
Schillerplatz, Fruchthallstraße,
Kaiserslautern.

Dort, wo 1935 SA-Männer marschierten, beginnt über 90 Jahre später die Malerei des Wandelbildes.