Kriegsszene 1939, KI generiert
Stefan Budian
Überfall und Überzeugung
* 11. 10. 1911 † 12. 5. 1940
Das Projekt
Ludwig Breining war Lehrer, SA-Sturmführer, Wehrmacht-Soldat. Er hinterließ ein Feldtagebuch über den deutschen Überfall auf Polen 1939 – detailliert, persönlich, verstörend nah. Im Sommer 2024 gab seine Tochter ihrem Sohn Stefan Budian eine Mappe, die sie jahrzehntelang verschlossen gehalten hatte.
Dieses Kunstprojekt folgt Ludwigs Spuren – malend, schreibend, fragend. Es sucht nicht nach Urteil. Es sucht nach dem Menschen.
„Er hat wirklich jeden einzelnen Ort, durch den er gefahren ist, penibel aufgeschrieben — und was dort geschehen ist, und was er sich gedacht hat als begeisterter Nazi."
Radiobericht anhören →Dokumente
Ludwig als Kind, mit Mutter Elisabeth und Schwester Lotte · um 1918
Zivilportrait · Datum unbekannt
Offizielles Bild · * 11. 10. 1911 † 12. 5. 1940
Wie wird ein Mensch zu dem, was er wird?
Und was bleibt von ihm, wenn wir aufgehört haben,
ihn zu verurteilen?
Wie das Projekt arbeitet
I
Das Wandelbild
Ein Ölgemälde, das immer wieder übermalt wird. Jede Schicht wird fotografiert und in einen Film montiert. Der Weg von Kaiserslautern nach Polen – malend zurückgelegt.
II
Das parallele Tagebuch
Stefan Budian reist auf der Route seines Großvaters und führt dabei ein eigenes Tagebuch – als Enkel, als Künstler, als Zeitgenosse. Es antwortet auf Ludwigs Feldtagebuch, das erst am Ende des Projekts veröffentlicht wird.
III
Die ungehörten Stimmen
Menschen, die im Feldtagebuch nur am Rand erwähnt werden, oder auch fiktive Figuren, erhalten mithilfe von Künstlicher Intelligenz eigene Stimmen. Was wäre, wenn Ludwig diesen Menschen wirklich begegnet wäre?
Einstieg
Kaiserslautern. Vor der Fruchthalle. Dort, wo 1935 SA-Männer marschierten, beginnt das Malen.