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ludwig:stimmen:emil

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ludwig:stimmen:emil [2026/07/19 18:28] – [Emils fiktive Biografie in Daten] adminludwig:stimmen:emil [2026/07/24 18:03] (aktuell) – [Emils fiktive Biografie in Daten] admin
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-===== Emils fiktive Biografie in Daten ===== 
  
-**1897** — geboren in Kaiserslautern, in der Gegend um den Barbarossaplatz, zweites Kind eines Schlossers, der bei den Pfaff-Nähmaschinenwerken arbeitet. Die Mutter stammt aus der Worms; ihr Bruder führt in Worms eine Schlosserei. 
  
-**1914–1918** — Kriegsdienst, Westfront, Verdun; das rechte Gehör bleibt beschädigt. +==== Emil Hoffmann — fiktive Biografie ====
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-**1919** — Rückkehr nach Kaiserslautern; Arbeit als Schlosser; Eintritt in den Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV). +
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-**1921** — Heirat mit Käthe, geborene Siebert; Tochter Else, geboren 1923, mitten in der Inflation. +
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-Mitte der 1920er — Vertrauensmann des DMV in seinem Kaiserslauterer Betrieb. +
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-**1928** — Umzug nach Worms: Die Arbeit in Kaiserslautern wird knapp, der Onkel bietet Stelle und Wohnung. Die Schlosserei des Onkels arbeitet für die großen Lederwerke — Wartung und Reparatur der Maschinen; Emil ist dadurch regelmäßig in den Werken. Das DMV-Mitgliedsbuch wird von der Verwaltungsstelle Kaiserslautern zur Verwaltungsstelle Worms umgemeldet. +
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-**1928–1932** — aktives SPD-Mitglied in Worms; das Gewerkschaftshaus als zweites Zuhause. +
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-**März 1933** — Zerstörung des Wormser Gewerkschaftshauses durch die SA. (Datum „9. März" im Lied: für Worms noch zu prüfen — Prüfauftrag Stadtarchiv Worms; belegt ist die reichsweite Überfallwelle nach dem 5. März und die endgültige Zerschlagung am 2. Mai 1933.) +
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-**Anfang April 1933** — Verhaftung in Worms; als Einwohner des Volksstaats Hessen Transport in das Konzentrationslager Osthofen. +
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-**Mitte Mai 1933** — Entlassung nach sechs Wochen; an der Tür sagt ein Wärter den Satz: „Wir haben dich im Auge." Akte bei der politischen Polizei des Volksstaats Hessen (Darmstadt, Außenstelle Worms). +
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-**Herbst 1933** — Rückkehr nach Kaiserslautern, in die Stadt seiner Kindheit. Arbeit in einer Metallwerkstatt. Die Akte aus Osthofen wandert mit: von Hessen an die bayerische politische Polizei der Pfalz; ab Januar 1937 führt die neu errichtete Gestapostelle Neustadt an der Weinstraße die Akte. +
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-**1933–1935** — kein politischer Kontakt mehr; die Vorneigung bleibt — und in Kaiserslautern gibt es Menschen, die ihn von früher kennen und sie bemerken. +
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-**Sommer 1935** — steht am Straßenrand vor der Fruchthalle; sieht Ludwig. +
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-**1938** — nach der Pogromnacht Vorladung und kurzes Verhör durch die Gestapostelle Neustadt. (Anlass als Setzung gekennzeichnet, s. Belegregister.) +
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-**1943** — Tod, Umstände unklar. Käthe überlebt; Else wandert 1947 nach Kanada aus. +
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-==== Emil Hoffmann — Biografie ====+
  
  
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 In Worms wurde er, was er in Kaiserslautern gewesen war, nur sichtbarer. Das Gewerkschaftshaus wurde sein zweites Zuhause; er ging zu den Versammlungen der SPD, übernahm kleine Aufgaben, sprach vorsichtig in kleinen Kreisen über das, was er kommen sah. Er sah es in den Gesichtern der jungen Männer, die nicht in Verdun gewesen waren und deshalb noch glauben konnten, dass Marschieren schön ist. Er sah es in den Wahlergebnissen. Die anderen nickten und sagten, es werde sich schon wieder einrenken. Er glaubte es ihnen nicht. In Worms wurde er, was er in Kaiserslautern gewesen war, nur sichtbarer. Das Gewerkschaftshaus wurde sein zweites Zuhause; er ging zu den Versammlungen der SPD, übernahm kleine Aufgaben, sprach vorsichtig in kleinen Kreisen über das, was er kommen sah. Er sah es in den Gesichtern der jungen Männer, die nicht in Verdun gewesen waren und deshalb noch glauben konnten, dass Marschieren schön ist. Er sah es in den Wahlergebnissen. Die anderen nickten und sagten, es werde sich schon wieder einrenken. Er glaubte es ihnen nicht.
  
-Im März 1933 schlugen sie das Gewerkschaftshaus kurz und klein. Seine Freunde Fritz und Konrad sie gleich mit. Emil holten sie Anfang April. Der Vorwand war eine Liste, ein Name auf einem Zettel, ein Treffen, das es gegeben hatte oder auch nicht. Sie brauchten keinen Grund, er wusste nicht mal, was in den Akten stand. Als Einwohner des Volksstaats Hessen kam er nach Osthofen, in die ehemalige Papierfabrik nördlich von Worms, zusammen mit Männern, die er zum Teil kannte.+Im März 1933 schlugen sie das Gewerkschaftshaus kurz und klein. Seine Freunde Fritz und Konrad nahmen sie gleich mit. Emil holten sie Anfang April. Der Vorwand war eine Liste, ein Name auf einem Zettel, ein Treffen, das es gegeben hatte oder auch nicht. Sie brauchten keinen Grund, er wusste nicht mal, was in den Akten stand. Als Einwohner des Volksstaats Hessen kam er nach Osthofen, in die ehemalige Papierfabrik nördlich von Worms, zusammen mit Männern, die er zum Teil kannte.
  
 Was in Osthofen geschah, erzählte er nie. Was er von dort mitnahm, war etwas in der Haltung — eine leichte Vorneigung des Oberkörpers, als wolle er kleiner werden, unsichtbar. Was in Osthofen geschah, erzählte er nie. Was er von dort mitnahm, war etwas in der Haltung — eine leichte Vorneigung des Oberkörpers, als wolle er kleiner werden, unsichtbar.
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 Käthe überlebte, schwieg aber über diese Zeit. Else wanderte 1947 nach Kanada aus. Käthe überlebte, schwieg aber über diese Zeit. Else wanderte 1947 nach Kanada aus.
  
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- +//Emil Hoffmann ist eine fiktional verdichtete Figur, entstanden im Gespräch zwischen Stefan Budian und Claude (Anthropic), April–Juli 2026. Historische Grundlage: Recherchen über das Konzentrationslager Osthofen (1933/34), die Wormser Lederindustrie und die [[..:backstage:essays:dmv|Gewerkschaftsstrukturen der Weimarer Republik]], die SA in Kaiserslautern, das Feldtagebuch und andere Texte von Ludwig Breining. Und (noch ausstehend) über die Gestapo-Kartei Neustadt/Weinstraße (Landesarchiv Speyer).// 
-Emil Hoffmann ist eine fiktional verdichtete Figur, entstanden im Gespräch zwischen Stefan Budian und Claude (Anthropic), April–Juli 2026. Historische Grundlage: Recherchen über das Konzentrationslager Osthofen (1933/34), die Wormser Lederindustrie und die Gewerkschaftsstrukturen der Weimarer Republik, die SA in Kaiserslautern, das Feldtagebuch und andere Texte von Ludwig Breining. Und (noch ausstehend) über die Gestapo-Kartei Neustadt/Weinstraße (Landesarchiv Speyer). +