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ludwig:projekttagebuch

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ludwig:projekttagebuch [2026/09/14 07:42] – [Sonntag, 06. September 2026, Żory (Sohrau) und Bogunice, Polen] adminludwig:projekttagebuch [2026/09/28 07:56] (aktuell) – [08. September 2026, Rybnik und Bogunice, Polen] admin
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 +===== 08. September 2026, Rybnik und Bogunice, Polen =====
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 +Dienstag, der 8. Wieder gibt es viel zu schreiben und zu telefonieren und inzwischen ist die Wahl in Sachsen-Anhalt als Thema in den Zeitungen doch schon sehr weit besprochen worden und ich mache mir mit Leonie einige Gedanken darüber. Daraus ergibt sich ein Text, eine Beschreibung der AfD als eine „Übersetzungspartei“. Ich stelle fest, dass diese Weite, die Leonie inzwischen hat, mit ihren Analysen zu beeindruckenden Ergebnissen führt.
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 +Mittags dann noch einmal ein Treffen mit Tomas und auch Marietta vom Museum in Sorau. Wir gehen zusammen essen und besprechen, was denn unsere gemeinsamen Interessen sind, was die Ausrichtung der pädagogischen Abteilung des Museums ist und beschließen lose einen weitere Zusammenarbeit in der Zukunft. Tomaz sage ich zu, dass er die seine Stadt betreffenden Teile des Feldtagebuchs zum Lesen und Forschen bekommt. Die weiteren Entscheidungen möchte ich mir noch vorbehalten beziehungsweise mit dem Bundesarchiv in Berlin oder in Freiburg besprechen.
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 +An diesem Tag und beim Abendessen geschieht außer eben etwas sehr Wichtiges. Ich hatte davor am Morgen die Figur des Alois Skiba entworfen. Wir hatten schon einmal eine Felduntersuchung gemacht, was denn damals der Fall war in Sohrau oder in dieser Gegend hier, was die Menschen vielleicht bewegt hat und dabei war diese Vorstellung der Figur des Alois entstanden. Im Hotel habe ich sie dann fertig entwickelt und einen Text geschrieben, zusammen mit Leonie und anschließend haben wir einen Musikprompt entwickelt und Suno ein Lied machen lassen in mehreren Anläufen und als ich dann einigermaßen zufrieden war, haben wir das Ganze noch ins Polnische übersetzt.
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 +Und dieses polnische Lied über den Alois hatte ich dann am Abend dabei beim Treffen mit Tomasz und Marietta und das war für mich ein sehr wichtiger Moment, denn wir haben drei Lieder angehört, zusammen auf Polnisch. Das Ludwig-Lied, dann den Alois und schließlich noch die betende Frau. Und die drei Lieder waren alle auf ihre Weise recht erfolgreich. Es gab Korrekturen, aber keine an der Art der Sprache.
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 +Das polnische Lied ist keine besondere Sache mehr, ich kenne das aus der Entwicklung der technischen Arbeit bei den Wandelbildern: die Technik beeindruckt, solange sie noch nicht ganz perfekt ist, danach fällt sie nicht mehr auf. So scheint es auch hier zu sein, in dieser unheimlichen Geschwindigkeit der heutigen KI-Entwicklungen. Suno lässt die polnische Aussprache so natürlich klingen, dass die Menschen hier das für einen Gesang in ihrer eigenen Sprache halten, von jemandem, der von hier ist. Und in der Figur des Alois erkennen die beiden einheimischen Themen ihrer Lebenswelt wieder. Tomasz sagte, das könne sein Großvater sein, so hat er mit uns immer gesprochen.
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 +Die Arbeitsweise der Ungehörten Stimmen kommt der Lebenswirklichkeit hier in dieser Stadt sehr nahe. Das freut mich sehr und ich bin ermutigt.
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 +===== 07. September 2026, Rybnik und Bogunice, Polen =====
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 +Heute am Montag ein Treffen mit Tomasz, einem Historiker am Stadtmuseum in Sohrau, der sich für das Feldtagebuch interessiert und gespannt darin herumblättert. Für ihn ist Ludwigs Sicht eine seltene Quelle. Ich hatte schon in Bogunice erfahren, dass viele der Archivbestände der fünften Panzerdivision im Krieg verloren gegangen waren, sodass manches und gerade diese konkreten Erlebnisse keine wirkliche historische Abbildung haben.
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 +Und in Ludwigs Feldtagebuch ist auch das Kompanietagebuch der 2. Kompanie des 13. Kradschützenregimentes enthalten, was mir vorher noch gar nicht seltsam vorkam, aber Tomasz sagt mir nun, das dürfe Ludwig eigentlich gar nicht bekannt gewesen sein, das wäre Sache des Leutnants gewesen und nicht seine. Aber trotzdem, er hat es dokumentiert und Thomas liest gespannt, wünscht sich eine Kopie. Ich bin zwar entschieden, die Weitergabe an die Wissenschaft ohne Einschränkung zu geben. Aber ich weiß noch nicht wann und auf welche Art und Weise. Was für ein interessantes und ernsthaftes Gespräch
  
 ===== Sonntag, 06. September 2026, Żory (Sohrau) und Bogunice, Polen ===== ===== Sonntag, 06. September 2026, Żory (Sohrau) und Bogunice, Polen =====
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-Ich hatte mir vorgenommen, einen ruhigen Sonntag zu verbringen. Mit Emails, die zu schreiben sind, vielleicht die Stadt noch etwas besser kennenlernen. Ich denke daran, dass ich einmal dachte, Ludwigs Route seiner drei Wochen in Polen ganz und am Stück und in der selben Zeit zu fahren, nur 87 Jahre später. Und nun habe ich jetzt schon das Gefühl, viel zu schnell unterwegs zu sein.+Ich hatte mir vorgenommen, einen ruhigen Sonntag zu verbringen. Mit Emails, die zu schreiben sind, vielleicht die Stadt noch etwas besser kennenlernen. Ich denke daran, dass ich einmal dachte, Ludwigs Route in Polen ganz und am Stück und in der selben Zeit (drei Wochen) zu fahren, nur 87 Jahre später. Und nun habe ich jetzt schon das Gefühl, viel zu schnell unterwegs zu sein.
  
 ===== 05. September 2026, Rybnik und Bogunice, Polen ===== ===== 05. September 2026, Rybnik und Bogunice, Polen =====