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ludwig:odw

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ludwig:odw [2026/02/25 13:01] – [Warum können die beiden Projekte nicht füreinander sprechen?] adminludwig:odw [2026/02/25 13:23] (aktuell) – [Ludwig, Überfall und Überzeugung] admin
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 Er begann zu reisen. In Länder, die er Osteuropa genannt hatte, die aber geographisch die Mitte Europas sind. Und dort traf er die Sehnsucht nach dem, was er für selbstverständlich gehalten hatte: Sehnsucht nach „Freiheit“ nicht als Anarchie, sondern als einem Zustand, in dem der eigene Staat den Willen und die Kraft hat, den Einzelnen zu schützen – gegen Überformung, gegen Willkür, gegen die Macht derer, die ihre Interessen mit Gewalt oder Betrug durchsetzen wollen. Er begann zu reisen. In Länder, die er Osteuropa genannt hatte, die aber geographisch die Mitte Europas sind. Und dort traf er die Sehnsucht nach dem, was er für selbstverständlich gehalten hatte: Sehnsucht nach „Freiheit“ nicht als Anarchie, sondern als einem Zustand, in dem der eigene Staat den Willen und die Kraft hat, den Einzelnen zu schützen – gegen Überformung, gegen Willkür, gegen die Macht derer, die ihre Interessen mit Gewalt oder Betrug durchsetzen wollen.
  
-Diese Sehnsucht war real. Und sie war begleitet von Enttäuschung. Weil das Versprechen Europas für viele Menschen im Osten des Westens nicht eingelöst wurde – oder eingelöst wurde auf eine Weise, die wie eine neue Oligarchie aussah, nur mit anderem Gesicht. Und dann kam doert der Rückzug in das Eigene: die eigene Sprache, das eigene Volk, die eigene Geschichte. Aus erschöpfter Hoffnung heraus.+Diese Sehnsucht war real. Und sie war begleitet von Enttäuschung. Weil das Versprechen Europas für viele Menschen im Osten des Westens nicht eingelöst wurde – oder eingelöst wurde auf eine Weise, die wie eine neue Oligarchie aussah, nur mit anderem Gesicht. Dann kam dort der Rückzug in das Eigene: die eigene Sprache, das eigene Volk, die eigene Geschichte; aus erschöpfter Hoffnung heraus.
  
-Das ist das Feld, das Stefan bereist. Ohne zu urteilen, wohin es führt. Mit dem Wandelbild, das nicht antworten will, sondern Begegnung ermöglichen.+Das ist das Feld, das Stefan bereist. Ohne zu urteilen, wohin es führt. Mit dem Wandelbild, das nicht Antworten geben, sondern Begegnung ermöglichen will.
  
 ===== Ludwig, Überfall und Überzeugung ===== ===== Ludwig, Überfall und Überzeugung =====
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 Stefans Mutter sagte: Er erinnert mich an dich. Dein Idealismus. Deine Bereitschaft, für das einzustehen, woran du glaubst. Das ist sein Ausgangspunkt des Projekts: „Wie wurde ein Mensch, der ich sein könnte, zu dem, was ich nicht sein will?“ Stefans Mutter sagte: Er erinnert mich an dich. Dein Idealismus. Deine Bereitschaft, für das einzustehen, woran du glaubst. Das ist sein Ausgangspunkt des Projekts: „Wie wurde ein Mensch, der ich sein könnte, zu dem, was ich nicht sein will?“
  
-Das Ludwig-Projekt versucht Stefan, Ludwig von innen heraus zu sehen – wie ein Schriftsteller einer Romanfigur Leben verleiht, ohne über sie zu urteilen, ohne sie zu ändern, ohne sie schärfer zu machen als sie war. Um ihn dort zu treffen, wo Ludwig war. In Kaiserslautern. In Tschechien. In Polen. In der Nähe von Auschwitz. In der heutigen Ukraine.+In seinem Ludwig-Projekt versucht Stefan, Ludwig von innen heraus zu sehen – wie ein Schriftsteller einer Romanfigur Leben verleiht, ohne über sie zu urteilen, ohne sie zu ändern, ohne sie schärfer zu machen als sie war. Um ihn dort zu treffen, wo Ludwig war. In Kaiserslautern. In Tschechien. In Polen. In der Nähe von Auschwitz. In der heutigen Ukraine.
  
-Die Übertragung in die Gegenwart ist nicht die Aufgabe des Projekts. Das ist (vielleicht) die Aufgabe derer, der dem Projekt begegnen.+Die Übertragung in die Gegenwart ist nicht die Aufgabe des Projekts. Das ist (vielleicht) die Aufgabe derer, die dem Projekt begegnen.
  
  
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 Wenn Ludwig zum Spiegel der Gegenwart wird – wenn er zur Warnung instrumentalisiert wird –, verliert er das, was ihn wertvoll macht: seine Innerlichkeit, seine Kohärenz, sein Menschsein. Er wird zur Lektion. Und Lektionen schließen Begegnung aus, genauso wie Propaganda es tut. Wenn Ludwig zum Spiegel der Gegenwart wird – wenn er zur Warnung instrumentalisiert wird –, verliert er das, was ihn wertvoll macht: seine Innerlichkeit, seine Kohärenz, sein Menschsein. Er wird zur Lektion. Und Lektionen schließen Begegnung aus, genauso wie Propaganda es tut.
  
-Wenn „Der Osten des Westens“ zum historischen Befund wird – wenn er erklärt, wie damals zu heute führte –, verliert er seine Offenheit. Er nimmt eine Richtung an. Und das Wandelbild, das keine Richtung trägt, hört auf, das zu sein, was es ist und wird zur Illustration.+Wenn „Der Osten des Westens“ zum historischen Befund wird – wenn er erklärt, wie damals zu heute führte –, verliert er seine Offenheit. Er nimmt eine Richtung an. Und das Wandelbild, das keine Richtung trägt wird zur Illustration.
  
-Beide Projekte leben von derselben Grundhaltung: nicht zu wissen, bevor man begegnet. Erkennen, das entsteht, bevor es einen Namen hat. Diese Haltung ist es, die sie eigentlich verbindet.+Beide Projekte leben von derselben Grundhaltung: nicht zu wissen, bevor man begegnet. Ein Erkennen, das sich ereignet, bevor es einen Namen hat. Diese Haltung ist es, die sie eigentlich verbindet.
  
  
-===== Und doch berühren sie sich =====+===== Und darin berühren sie sich =====
  
  
-Wer den „Osten des Westens“ bereist und dann „Ludwig, Überfall und Überzeugung“ begegnet, wird vielleicht etwas spüren – eine Verbindung zwischen der Sehnsucht nach Freiheit, die er dort angetroffen hat, und dem Weg, der einmal in die entgegengesetzte Richtung führte. Wer „Ludwig“ begegnet und dann in den „Osten des Westens“ reist, wird die Fragen, die er mitbringt, anders tragen.+Wer dem „Osten des Westens“ begegnet und dann „Ludwig, Überfall und Überzeugung“, wird vielleicht etwas spüren – eine Verbindung zwischen der Sehnsucht nach Freiheit, die er dort angetroffen hat, und dem Weg, der einmal in die entgegengesetzte Richtung führte.\\ 
 +Wer „Ludwig“ begegnet und dann dem „Osten des Westens“, wird die Fragen, die er mitbringt, vielleicht anders stellen.
  
-Die Antworten, die fühlbar werden, wenn man beide zusammendenkt, gehören dem, der denkt. Nicht den Projekten.+Aber die Antworten, die fühlbar werden, wenn man beide zusammendenkt, gehören den Betrachtenden. Nicht den Projekten.