ludwig:odw
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| ludwig:odw [2026/02/25 12:47] – admin | ludwig:odw [2026/02/25 13:23] (aktuell) – [Ludwig, Überfall und Überzeugung] admin | ||
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| Er begann zu reisen. In Länder, die er Osteuropa genannt hatte, die aber geographisch die Mitte Europas sind. Und dort traf er die Sehnsucht nach dem, was er für selbstverständlich gehalten hatte: Sehnsucht nach „Freiheit“ nicht als Anarchie, sondern als einem Zustand, in dem der eigene Staat den Willen und die Kraft hat, den Einzelnen zu schützen – gegen Überformung, | Er begann zu reisen. In Länder, die er Osteuropa genannt hatte, die aber geographisch die Mitte Europas sind. Und dort traf er die Sehnsucht nach dem, was er für selbstverständlich gehalten hatte: Sehnsucht nach „Freiheit“ nicht als Anarchie, sondern als einem Zustand, in dem der eigene Staat den Willen und die Kraft hat, den Einzelnen zu schützen – gegen Überformung, | ||
| - | Diese Sehnsucht war real. Und sie war begleitet von Enttäuschung. Weil das Versprechen Europas für viele Menschen im Osten des Westens nicht eingelöst wurde – oder eingelöst wurde auf eine Weise, die wie eine neue Oligarchie aussah, nur mit anderem Gesicht. | + | Diese Sehnsucht war real. Und sie war begleitet von Enttäuschung. Weil das Versprechen Europas für viele Menschen im Osten des Westens nicht eingelöst wurde – oder eingelöst wurde auf eine Weise, die wie eine neue Oligarchie aussah, nur mit anderem Gesicht. |
| - | Das ist das Feld, das Stefan bereist. Ohne zu urteilen, wohin es führt. Mit dem Wandelbild, das nicht antworten will, sondern Begegnung ermöglichen. | + | Das ist das Feld, das Stefan bereist. Ohne zu urteilen, wohin es führt. Mit dem Wandelbild, das nicht Antworten geben, sondern Begegnung ermöglichen |
| ===== Ludwig, Überfall und Überzeugung ===== | ===== Ludwig, Überfall und Überzeugung ===== | ||
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| Stefans Großvater Ludwig Breining, geboren 1911, gestorben 1940, SA-Sturmführer, | Stefans Großvater Ludwig Breining, geboren 1911, gestorben 1940, SA-Sturmführer, | ||
| - | Das Feldtagebuch, | + | Das Feldtagebuch, |
| - | Stefans Mutter sagte: Er erinnert mich an dich. Dein Idealismus. Deine Bereitschaft, | + | Stefans Mutter sagte: Er erinnert mich an dich. Dein Idealismus. Deine Bereitschaft, |
| - | Das ist der Ausgangspunkt des Projekts: Wie wurde ein Mensch, der ich sein könnte, zu dem, was ich nicht sein will? | + | In seinem Ludwig-Projekt versucht Stefan, Ludwig von innen heraus zu sehen – wie ein Schriftsteller einer Romanfigur Leben verleiht, ohne über sie zu urteilen, ohne sie zu ändern, ohne sie schärfer zu machen als sie war. Um ihn dort zu treffen, wo Ludwig war. In Kaiserslautern. In Tschechien. In Polen. In der Nähe von Auschwitz. In der heutigen Ukraine. |
| - | Das Ludwig-Projekt versucht, Ludwig von innen heraus zu sehen – wie ein Schriftsteller einer Romanfigur Leben verleiht, ohne über sie zu urteilen, ohne sie zu ändern, ohne sie schärfer zu machen als sie war. Um ihn dort zu treffen, wo Ludwig war. In Kaiserslautern. In Tschechien. In Polen. In der Nähe von Auschwitz. In der heutigen Ukraine. | + | Die Übertragung in die Gegenwart ist nicht die Aufgabe des Projekts. Das ist (vielleicht) die Aufgabe derer, |
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| - | Die Übertragung in die Gegenwart ist nicht die Aufgabe des Projekts. Das ist (vielleicht) die Aufgabe derer, | + | |
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| - | Weil Ludwig kein Beispiel für das ist, was heute geschieht. Und weil der Osten des Westens keine historische Erklärung | + | „Ludwig“ ist kein mahnendes |
| Wenn Ludwig zum Spiegel der Gegenwart wird – wenn er zur Warnung instrumentalisiert wird –, verliert er das, was ihn wertvoll macht: seine Innerlichkeit, | Wenn Ludwig zum Spiegel der Gegenwart wird – wenn er zur Warnung instrumentalisiert wird –, verliert er das, was ihn wertvoll macht: seine Innerlichkeit, | ||
| - | Wenn „Der Osten des Westens“ zum historischen Befund wird – wenn er erklärt, wie damals zu heute führte –, verliert er seine Offenheit. Er nimmt eine Richtung an. Und das Wandelbild, das keine Richtung trägt, hört auf, das zu sein, was es ist und wird zur Illustration. | + | Wenn „Der Osten des Westens“ zum historischen Befund wird – wenn er erklärt, wie damals zu heute führte –, verliert er seine Offenheit. Er nimmt eine Richtung an. Und das Wandelbild, das keine Richtung trägt wird zur Illustration. |
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| - | Beide Projekte leben von derselben Grundhaltung: | + | |
| - | Diese Haltung ist es, die sie verbindet. Nicht die Themen, nicht die Geschichte, nicht die Geographie. Sondern die Weigerung, das Ergebnis vorauszunehmen. | + | Beide Projekte leben von derselben Grundhaltung: |
| - | ===== Und doch berühren sie sich ===== | + | ===== Und darin berühren sie sich ===== |
| - | Wer den „Osten des Westens“ | + | Wer dem „Osten des Westens“ |
| + | Wer „Ludwig“ begegnet und dann dem „Osten des Westens“, wird die Fragen, die er mitbringt, | ||
| - | Die Antworten, die fühlbar werden, wenn man beide zusammendenkt, | + | Aber die Antworten, die fühlbar werden, wenn man beide zusammendenkt, |