enzyklika:dialog-als-feind
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| //Quellen: Timothy Snyder, // | //Quellen: Timothy Snyder, // | ||
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| ===== Die Entwicklung des Dossiers ===== | ===== Die Entwicklung des Dossiers ===== | ||
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| Durch den Frieden kann man nichts verlieren. Und das würde, glaube ich, die nationalsozialistische Führung im Dritten Reich ganz anders gesehen haben. Durch den Frieden entwickelt man sich nicht weiter. Oder wie jemand mal sagte, du wirst sicher wissen wer: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge" | Durch den Frieden kann man nichts verlieren. Und das würde, glaube ich, die nationalsozialistische Führung im Dritten Reich ganz anders gesehen haben. Durch den Frieden entwickelt man sich nicht weiter. Oder wie jemand mal sagte, du wirst sicher wissen wer: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge" | ||
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| + | Das ist eine ernste und genaue Frage, und sie trifft den Kern von Leos §220 hart. Bevor wir diskutieren, | ||
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| + | Du liegst bei beidem richtig. Snyders Lesart ist belegt: Hitler sah die Erde als Planeten begrenzter Ressourcen, die Menschen als Tiere, und er verwarf Gewissen und Moral als „jüdische Erfindungen"; | ||
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| + | Jetzt das Eigentliche, | ||
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| + | Und nun deine harte Frage: Ist Leo trotzdem naiv? Ich gebe dir zuerst recht, weiter als du erwartest. „Durch den Frieden kann man nichts verlieren" | ||
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| + | Aber hier liegt der Hebel, und er rettet Leo nicht durch Optimismus, sondern durch eine Unterscheidung, | ||
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| + | Auch deine zweite Lesart — Leo schreibe, als seien die Menschen im Grunde freundlich, nur einige nicht — würde ich gegen einen // | ||
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| + | Und doch — hier bleibt deine Herausforderung //stehen//, und ich will sie nicht wegargumentieren. Selbst der augustinische Leo trifft auf eine Grenze, die Snyder genau benennt. Augustins // | ||
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| + | Und damit zu dem, was mich an deiner Beobachtung am meisten beschäftigt, | ||
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| + | Das wäre, glaube ich, die Wirbelsäule des Dossiers: nicht „Hitlers Hass", sondern Hitlers // | ||
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| + | **Stefan:** | ||
| + | Speaker 1: | ||
| + | Ja, schreibe jetzt bitte dieses Dossier und ziehe gerne die Linie bis in die heutigen Spielarten davon. Und ich möchte Leo im Text der Enzyklika „Reisebegleitung“ zusammen mit Claude nur ein wenig widersprechen an dieser Stelle, aber ich möchte verweisen auf dieses Dossier, sodass ein eventueller Leser dort nachschauen kann, was ich damit eigentlich meine. Aber ich glaube, dass es auch für spätere Sachen nützlich sein kann, diesen Gedanken einmal wirklich aufgeschrieben zu haben, und zwar sowohl in seiner Gründung, in Schneiders Erwähnung von „Mein Kampf“, in dem, was Hitler selbst dachte und wovon du weißt und dann aber hinaufgezogen in die heutige Situation. | ||
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| + | Dass dieselbe Geisteshaltung nun wieder auftaucht und in dieser Beziehung tatsächlich dieselbe ist. | ||
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| + | Ich ziehe die Linie bis heute — und verankere sie in Snyders //eigener// Fortführung seiner These auf die Gegenwart, damit der Bogen nicht meine freie Assoziation ist, sondern belegte Forschung. Das prüfe ich kurz. | ||
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| + | Ich schreibe das Dossier — gegründet in Snyders Lektüre von „Mein Kampf" und Hitlers eigenem Denken, und dann, mit Snyders eigener Fortführung als Brücke, hinaufgezogen in die heutigen Spielarten. Es ist als Referenz gebaut, auf die du aus der „Reisebegleitung" | ||
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| + | Drei Entscheidungen, | ||
| + | Erstens die Trennschärfe in der Gegenwartslinie. Ich habe ausdrücklich vorangestellt, | ||
| + | Zweitens habe ich die Gegenwartsbrücke konsequent als Snyders These markiert, nicht als gesicherte Tatsache. Die Hitler-Analyse ist Forschung; die Linie Iljin–Putin–westliche Rechte ist Snyders anregende, aber umstrittene Deutung, und ein Kritiker (etwa aus dem Eurozine-Umfeld) würde ihr „strategischen Relativismus" | ||
| + | Drittens habe ich deinen Widerspruch zu Leo klein gehalten, wie du es wolltest — und ihn so gewendet, dass er Leo nicht widerlegt, sondern // | ||
| + | Eine ehrliche Restwarnung noch, ohne sie auszuwalzen: | ||
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| + | </fc> | ||
| + | <fc #9400d3 >// | ||