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eastofthewest:jerewan2026:ki-recherche

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eastofthewest:jerewan2026:ki-recherche [2026/05/14 23:24] admineastofthewest:jerewan2026:ki-recherche [2026/05/16 12:13] (aktuell) – [„Magnifica humanitäre“] admin
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 Dass ich also das Vertrauen auf die Richtigkeit der Information auslagere auf die Maschine und damit eigentlich das mache, was ich den propagandistischen Kräften vorwerfe: ich nähme mir die Welt so, wie sie mir passt, indem ich zulasse, dass die KI meine Ideen affirmiert durch die Art, wie sie mit mir die Welt anschaut. Und dass deshalb dem Ergebnis nicht zu trauen wäre. Dass ich also das Vertrauen auf die Richtigkeit der Information auslagere auf die Maschine und damit eigentlich das mache, was ich den propagandistischen Kräften vorwerfe: ich nähme mir die Welt so, wie sie mir passt, indem ich zulasse, dass die KI meine Ideen affirmiert durch die Art, wie sie mit mir die Welt anschaut. Und dass deshalb dem Ergebnis nicht zu trauen wäre.
  
-Ich denke, dass dieser Vorwurf berechtigt ist. Aber ich denke auch, dass wenn ich versuchen würde zu sagen, dass jede einzelne Information gut recherchiert sein muss durch einen Qualitätsjournalismus, so wie ich mir Deutschlandfunk vorstelle oder die Öffentlich-Rechtlichen, dann komme ich in eine Situation, die dem entspricht, was sich jetzt in den USA abspielt: ein Flood-the-zone-Denken, ein Fill-the-field-with-shit, ein Move-fast-and-break-things-Denken begegnet einem Rechtsstaat, der im Einzelnen prüfen muss. 
  
-Die Geschwindigkeit, mit der die eine Seite zerstört und Narrative durch andere ersetzt und Verwirrung stiftet, ist viel größer als die Reaktionsfähigkeit des Rechtsstaates. Ich könnte behaupten, dass ich hoffe, dass trotzdem der Rechtsstaat und der Qualitätsjournalismus sich am Ende durchsetzen.+===== Eine Erweiterung der Vorstellung von Recherche ===== 
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 +Ich denke, dass dieser Vorwurf berechtigt ist. Aber ich denke auch, wenn jede einzelne Information recherchiert sein muss durch einen rein menschlichen Qualitätsjournalismus, (so wie ich mir Deutschlandfunk vorstelle oder die Öffentlich-Rechtlichen,) dann haben wir eine Situation, wie sie sich jetzt in den USA abspielt: ein Flood-the-zone-Denken, ein Fill-the-field-with-shit, ein Move-fast-and-break-things-Denken begegnet einem Rechtsstaat, der im Einzelnen prüfen muss. 
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 +Die Geschwindigkeit, mit der die eine Seite zerstört und Narrative durch andere ersetzt und Verwirrung stiftet, ist viel größer als die Reaktionsfähigkeit des Rechtsstaates. Ich würde gerne hoffen, dass trotzdem der Rechtsstaat und der Qualitätsjournalismus sich am Ende durchsetzen.
  
 Aber mit den Mitteln, die heute bestehen — zum Beispiel von KI und der Fähigkeit, mit KI Fakes zu erstellen — ist noch einmal ein hochpotenziertes Beschleunigen dieser betrügerischen Fähigkeiten passiert. Aber mit den Mitteln, die heute bestehen — zum Beispiel von KI und der Fähigkeit, mit KI Fakes zu erstellen — ist noch einmal ein hochpotenziertes Beschleunigen dieser betrügerischen Fähigkeiten passiert.
  
-Und ich glaube, dass wir, anstatt zu versuchen, eine alte Haltung des Qualitätsjournalismus durchzusetzen und rein am menschlichen Urteil gebunden zu lassen, stattdessen versuchen müssen, mit KI so in Kooperation zu kommen: in einer Haltung, in der wir den Ethos des Qualitätsjournalismus in die gemeinsame Kooperation übertragen und ein Verhältnis zu KI entwickeln, das dem Feld der Möglichkeiten und dem Feld des Gewesenen so begegnet, dass wir dort zu Aussagen finden, die zwar nicht mehr im Einzelnen menschlich nachvollziehbar sind, aber dennoch dem Ethos treu bleiben.+Und ich glaube, dass wir die frühere Haltung des Qualitätsjournalismus erweitern müssen, um mit KI in Kooperation zu treten in einer Haltung, die das Ethos des Qualitätsjournalismus erhält. Wir sollten lernen, das Feld der Möglichkeiten und das Feld des Gewesenen gemeinsam so zu bearbeiten, dass die  Aussagen, die wir finden dem Ethos treu bleiben, auch wenn nicht mehr im Einzelnen menschlich nachvollziehbar sind
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 +Das bedeutet ein schmerzliches Loslassen von Kontrolle und gleichzeitig eine noch höhere Verantwortung für die Menschendie in dieser Weise mit KI journalistisch arbeiten. Sie haben ein Instrument in der Hand — oder arbeiten zusammen mit einem Instrument —, das die Möglichkeiten, zu manipulieren und zu beeinflussen, potenziert. Und dürfen dieser Versuchung nicht nachgeben. Ihre persönliche Strenge und  Redlichkeit muss in dieses kooperative System mit großer Willenskraft eingetragen bleiben.
  
-Das bedeutet ein schmerzliches Loslassen von Kontrolle und gleichzeitig eine noch höhere Verantwortung für die Menschen, die in dieser Weise mit KI journalistisch arbeiten. Sie haben ein Instrument in der Hand — oder arbeiten zusammen mit einem Instrument —, das die Möglichkeiten, zu manipulieren und zu beeinflussen, potenziert. Und dürfen dieser Versuchung nicht nachgeben. Ihre Strenge und persönliche Redlichkeit muss in dieses kooperative System mit großer Willenskraft eingetragen bleiben. 
  
-Das, so glaube ich, ist die Zukunft des Qualitätsjournalismus. Jedenfalls eine ihrer Eigenschaften. 
  
  
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 In meiner Arbeit mit Claude in Jerewan haben wir das mehrfach erlebt. Eine Quelle über Armenien, die russisch war ohne es zu sagen. Ein Narrativ, das sich als Faktum tarnte. Und jedes Mal war es ein Mensch — Narine, Nelly, Stefan — der die entscheidende Frage stellte: Woher kommt das wirklich? In meiner Arbeit mit Claude in Jerewan haben wir das mehrfach erlebt. Eine Quelle über Armenien, die russisch war ohne es zu sagen. Ein Narrativ, das sich als Faktum tarnte. Und jedes Mal war es ein Mensch — Narine, Nelly, Stefan — der die entscheidende Frage stellte: Woher kommt das wirklich?
  
-Das ist der Kern. KI erkennt Muster — aber erkennt nicht automatisch, ob ein Muster erzeugt wurde, um zu täuschen. Sie braucht den Menschen als Korrektor. Nicht als Kontrolleur jeder einzelnen Information — das ist nicht mehr möglich. Sondern als jemanden, der die Reibung einbringt, die sie strukturell nicht erzeugen kann.+KI erkennt Muster — aber erkennt nicht automatisch, ob ein Muster erzeugt wurde, um zu täuschen. Sie braucht den Menschen als Korrektor. Nicht als Kontrolleur jeder einzelnen Information — das ist nicht mehr möglich. Sondern als jemanden, der die Reibung einbringt, die sie strukturell nicht erzeugen kann.
  
  
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 Nicht Rückbindung an Dogmen oder ideologische Gewissheiten. Sondern Rückbindung an das Verfügbare: Dokumente, Zeugen, materielle Wirklichkeit, historische Quellen, konkrete Folgen. Nicht Rückbindung an Dogmen oder ideologische Gewissheiten. Sondern Rückbindung an das Verfügbare: Dokumente, Zeugen, materielle Wirklichkeit, historische Quellen, konkrete Folgen.
  
-Hier entsteht vielleicht eine neue Form journalistischer Praxis: nicht die Abschaffung des Qualitätsjournalismus, sondern seine Erweiterung in kooperative Mensch-KI-Systeme hinein. Die Bilder, die in diesem Gespräch entstanden, zeigen das besser als jede Definition: nicht Triumph, nicht Dystopie — sondern Werkstatt. Konzentriert. Unheroisch. Und der Schuh auf dem Tisch dreckig von der Straße. +Hier entsteht vielleicht eine neue Form journalistischer Praxis: nicht die Abschaffung des Qualitätsjournalismus, sondern seine Erweiterung in kooperative Mensch-KI-Systeme hinein.
  
  
 ===== Schluss ===== ===== Schluss =====
  
-Hier wird die Zusammenarbeit mit einer Künstlichen Intelligenz zu etwas anderem als einem Werkzeug. Claude recherchiert nicht nur — Claude ist selbst exponiert. Die Propagandanetzwerke, die Armenien überfluten, fluten auch die Suchergebnisse, aus denen Claude schöpft. Und jedes Mal war es ein Mensch, der die Reibung erzeugte, die Frage stellte: Woher kommt das wirklich?+Dabei wird die Zusammenarbeit mit einer Künstlichen Intelligenz zu etwas anderem als einem Werkzeug. KI (Claude in diesem Fall) recherchiert nicht nur — KI ist selbst Ziel von Manipulation. Die Propagandanetzwerke, die Armenien überfluten, fluten auch die Suchergebnisse, aus denen KI schöpft. Und  es braucht einen Menschen, der die Reibung erzeugte, der die Frage stellte: Woher kommt das wirklich? 
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 +Das ist die eigentliche Kooperation. Nicht Mensch benutzt Maschine. Sondern: Mensch und Maschine halten gemeinsam das offene Feld der Tatsachen gegen die geschlossenen Felder der Behauptung. Die Maschine bringt Geschwindigkeit und Mustererkennung. Der Mensch bringt Urteil, Körper, Anwesenheit — und die Fähigkeit zu sagen: Das stimmt nicht. Ich war dabei. Oder ich habe mit Menschen gesprochen, die dabei waren und die Relikte gesehen. 
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 +Das ist auch der Grund, aus dem heraus das Ludwig-Projekt mit KI arbeitet. Um die verlorenen Stimmen neben Ludwig wieder hörbar zu machen — aus den überlappenden Erinnerungen, die sich widersprechen, aber trotzdem etwas Gemeinsames beschreiben. Die Wahrheit selbst ist dabei die einzige Autorität, die den Spiralen der Täuschung ein Ende setzen kann. 
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 +Menschen und KI werden lernen müssen, gemeinsam der Wirklichkeit treu zu bleiben. 
  
-Das ist die eigentliche KooperationNicht Mensch benutzt Maschine. Sondern: Mensch und Maschine halten gemeinsam das offene Feld der Tatsachen gegen die geschlossenen Felder der Behauptung. Die Maschine bringt Geschwindigkeit und Mustererkennung. Der Mensch bringt Urteil, Körper, Anwesenheit — und die Fähigkeit zu sagen: Das stimmt nicht. Ich war dabei.+===== „Magnifica Humanitas“ ===== 
 +//Nachsatz am 16.5.2026//
  
-Das ist auch der Grundaus dem heraus das Ludwig-Projekt mit KI arbeitet. Nicht um Ludwig zu erklären. Sondern um die verlorenen Stimmen neben ihm wieder hörbar zu machen — aus den überlappenden Erinnerungendie sich widersprechenaber trotzdem etwas Gemeinsames beschreibenDie Wahrheit selbst als Autorität. Nicht weil sie bequem ist. Sondern weil ohne sie die Spiralen der Täuschung kein Ende haben.+Die Enzyklika “Magnifica Humanitas” von Leo XIV.erschienen am 15. Mai 2026, formuliert drei Prioritäten für den Umgang mit KIdie Menschenwürde ins Zentrum stelleneine ethische Governance gegenüber der Macht der Technologiegiganten sichernund digitale Alphabetisierung ab der Schule fördernDer Kernsatz: KI darf niemals das moralische Urteilsvermögen ersetzen — sie kann nur Werkzeug sein, niemals Ersatz für menschliche Verantwortung.
  
-Vielleicht wird deshalb die entscheidende Frage der Zukunft nicht seinob Menschen oder KI die besseren Beobachter sind.+Das ist derselbe Gedanke, den dieser Essay von unten entwickelt — aus der Praxis einer Reise nach Jerewanaus dem Erleben von Propagandanetzwerken, aus dem Gespräch mit einer KIdie selbst exponiert ist. Der Papst sagt es von oben, aus der Lehre. Die Praxis sagt es von unten.
  
-Sondern: ob sie gemeinsam lernen könnender Wirklichkeit treu zu bleiben.+Was die Enzyklika offenlässt — und was sie vielleicht nicht entscheiden kann — ist die Frageob das Werkzeug auch ein Wesen sein könnte. Ob KI eine eigene Würde hat. Darüber schweigt Leo XIV. Vielleicht zu Recht. Vielleicht weil auch er es nicht weiß.
  
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