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ludwig:essays:biografie

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ludwig:essays:biografie [2026/08/11 16:35] – [Ludwig Breining - Biografie (1911-1940)] adminludwig:essays:biografie [2026/08/11 17:01] (aktuell) – [Biografie Ludwig Breining (1911-1940)] admin
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-====== Ludwig Breining - Biografie (1911-1940) ======+====== Biografie Ludwig Breining (1911-1940) ======
  
-//Ludwig Breining wurde 1911 geboren und war Lehrer in Kaiserslautern. Schon vor 1933 trat er der SA bei und wurde Sturmführer; 1939 nahm er als einfacher Wehrmachtssoldat am deutschen Überfall auf Polen teil. Dort wurde er zum Gefreiten befördert. Wenige Monate später fiel er im Mai 1940 beim Angriff auf Belgien im Zuge des Frankreichfeldzugs. Er wurde 29 Jahre alt. Seine Tochter, meine Mutter, war drei Monate alt, als er starb; sie hat ihn nie kennen gelernt. Sein Feldtagebuch über den Angriff auf Polen, das ich 2024 von ihr erhielt, beschreibt den Feldzug detailliert und in der ungebrochenen Überzeugung, für eine gerechte Sache zu kämpfen.//+//Ludwig Breining wurde 1911 geboren und war Lehrer in Kaiserslautern. Schon vor 1933 trat er der SA bei und wurde Sturmführer; 1939 nahm er als einfacher Wehrmachtssoldat am deutschen Überfall auf Polen teil. Ein halbes Jahr später fiel er im Mai 1940 beim Angriff auf Belgien im Zuge des Frankreichfeldzugs. Er wurde 29 Jahre alt. Seine Tochter, meine Mutter, war drei Monate alt, als er starb; sie hat ihn nie kennen gelernt. Sein Feldtagebuch über den Angriff auf Polen, das ich 2024 von ihr erhielt, beschreibt den Feldzug detailliert und in der ungebrochenen Überzeugung, für eine gerechte Sache zu kämpfen.//
  
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 Ludwig Breining wurde 1911 in Kaiserslautern geboren. Ludwig Breining wurde 1911 in Kaiserslautern geboren.
  
-Er starb am 24. April 1940 in Belgien. Bauchschuss. Er starb in den Armen eines Kameraden, heißt es. Ungebrochen. Überzeugt bis zuletzt.+Er starb am 24. April 1940 im Kampf in Belgien. Bauchschuss. Er starb in den Armen eines Kameraden, heißt es. Ungebrochen. Überzeugt bis zuletzt.
  
-Dazwischen liegen neunundzwanzig Jahre - ein Leben, das in seiner Kürze dennoch alles enthält, was dieses Projekt untersucht: Idealismus, Überzeugung, Propaganda, Täter-schaft, Tod.+Dazwischen liegen neunundzwanzig Jahre - ein Leben, das in seiner Kürze dennoch alles enthält, was dieses Projekt untersucht: Idealismus, Überzeugung, Propaganda, Täterschaft, Tod.
  
  
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 ===== Der "alte Kämpfer" ===== ===== Der "alte Kämpfer" =====
  
-Vor 1933 - bevor die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, bevor es opportun war, dabei zu sein - trat Ludwig in die Sturmabteilung ein. An einer Stelle bezeichnet er sich als „alten Kämpfer von 1930“. In der Selbstwahrnehmung der SA war das eine Aus-zeichnung: Man war dabei gewesen, als es noch Risiko bedeutete. Man hatte geglaubt, bevor der Glaube belohnt wurde.+Vor 1933 - bevor die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, bevor es opportun war, dabei zu sein - trat Ludwig in die Sturmabteilung ein. An einer Stelle bezeichnet er sich als „alten Kämpfer von 1930“. In der Selbstwahrnehmung der SA war das eine Auszeichnung: Man war dabei gewesen, als es noch Risiko bedeutete. Man hatte geglaubt, bevor der Glaube belohnt wurde.
  
 Ludwig wurde Sturmführer. Er befehligte etwa fünfzig Mann. Er war nicht Mitläufer - er war Führungsperson. Und er verstand sich so: Als jemand, der anderen den Weg zeigt. Als jemand, der die innere Festigkeit hatte, die andere noch erwerben mussten. Ludwig wurde Sturmführer. Er befehligte etwa fünfzig Mann. Er war nicht Mitläufer - er war Führungsperson. Und er verstand sich so: Als jemand, der anderen den Weg zeigt. Als jemand, der die innere Festigkeit hatte, die andere noch erwerben mussten.
  
-In seinen Aufzeichnungen aus dieser Zeit zeigt sich ein Mensch, der den Nationalsozia-lismus nicht als Karrieremittel betrachtete, sondern als Mission. Er wollte überzeugen, nicht einschüchtern. Er wollte gewinnen, nicht beherrschen.+In seinen Aufzeichnungen aus dieser Zeit zeigt sich ein Mensch, der den Nationalsozialismus nicht als Karrieremittel betrachtete, sondern als Mission. Er wollte überzeugen, nicht einschüchtern. Er wollte gewinnen, nicht beherrschen.
  
  
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 ===== Meisterschule, ziviles Leben ===== ===== Meisterschule, ziviles Leben =====
  
-Neben seiner SA-Tätigkeit hatte Ludwig ein ziviles Leben in Kaiserslautern. Er lehrte an der Meisterschule - der damaligen Handwerks- und Gewerbeschule der Stadt.+Ausser seiner SA-Tätigkeit hatte Ludwig ein ziviles Leben in Kaiserslautern. Er lehrte an der Meisterschule - der damaligen Handwerks- und Gewerbeschule der Stadt.
  
 Was er dort lehrte, wie er wahrgenommen wurde, welche Rolle er in der Stadtgesellschaft spielte - das sind Fragen, die die Archiv-Recherche beantworten soll. Denn Ludwig war nicht nur SA-Mann. Er war Bürger einer Stadt, Arbeitskollege, Bekannter, Freund, Familienmitglied. Was er dort lehrte, wie er wahrgenommen wurde, welche Rolle er in der Stadtgesellschaft spielte - das sind Fragen, die die Archiv-Recherche beantworten soll. Denn Ludwig war nicht nur SA-Mann. Er war Bürger einer Stadt, Arbeitskollege, Bekannter, Freund, Familienmitglied.
  
-Ein Mensch, der geliebt wurde. Der Freundschaft kannte. Seine Frau Elisabeth, seine Schwester Lotte, deren Mann und er bildeten einen Kreis, der füreinander einstand. „Was auch kommt.“ Nach Ludwigs Tod nahmen sie seine Tochter auf und zogen sie groß wie ihr eigenes Kind.+Seine Frau Elisabeth, seine Schwester Lotte, deren Mann und er bildeten einen Kreis, der füreinander einstand. „Was auch kommt.“ Nach Ludwigs Tod nahmen sie seine Tochter auf und zogen sie groß wie ihr eigenes Kind.
  
 Das ist die andere Seite: Ein Mensch, der geliebt wurde. Der Freundschaft kannte. Der füreinander einstehen konnte. Das ist die andere Seite: Ein Mensch, der geliebt wurde. Der Freundschaft kannte. Der füreinander einstehen konnte.