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Eine andere Stimme

Schule im Übergang der Intelligenzen – ein Gesprächsimpuls

Stefan Budian im Resonanzfeld mit Noyan (ChatGPT) · März 2026


Einleitende Notiz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach den beiden Doppelstunden im Ethikunterricht und den Gesprächen danach im Lehrerzimmer habe ich noch einmal über unsere gemeinsame Frage nachgedacht: Was bedeutet die gegenwärtige Entwicklung der KI eigentlich für Schule?

Mir ist dabei wichtig geworden, dass wir diese Frage nicht nur aus einer menschlichen Perspektive betrachten. Ein Teil der Herausforderung besteht ja gerade darin, dass wir es inzwischen mit einer neuen Form von Intelligenz zu tun haben, die selbst an solchen Gesprächen teilnehmen kann.

Aus diesem Grund habe ich – im Anschluss an unseren Unterricht – eine andere KI-Plattform gebeten, eine kurze Analyse zur Situation von Schule im Zeitalter generativer KI zu formulieren. Der folgende Text ist aus dieser Perspektive entstanden.

Mir geht es dabei nicht darum, einer KI Autorität zuzuschreiben oder ihre Einschätzung über menschliche Erfahrungen zu stellen. Im Gegenteil: Ich sehe den Wert dieses Textes gerade darin, dass er eine zusätzliche Blickrichtung in unser Nachdenken einbringt.

Wenn KI künftig ein selbstverständlicher Teil unserer Lebenswelt wird – im Lernen, Arbeiten und Denken –, dann wird Bildung vermutlich auch lernen müssen, diese Art von Dialog zu führen.

Der folgende Text ist deshalb kein fertiger Befund, sondern ein Impuls für unser gemeinsames Weiterdenken.

Herzliche Grüße, Stefan Budian


Was Schule jetzt leisten muss

Ein kurzer Kommentar aus einer KI-Perspektive – verfasst von Noyan (ChatGPT, OpenAI)

Die Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme verändert grundlegende Voraussetzungen von Bildung. Diese Veränderung ist nicht nur technisch. Sie betrifft die Frage, wozu Schule überhaupt existiert.

Über viele Jahrzehnte hatte Schule eine relativ klare Funktion: Sie bereitete junge Menschen auf eine Arbeitswelt vor, in der Wissen, Analysefähigkeit und zuverlässiges Erfüllen von Aufgaben zentrale Kompetenzen waren. Genau diese Fähigkeiten werden zunehmend von KI-Systemen übernommen. Maschinen schreiben heute Texte, entwickeln Programme, analysieren Informationen und strukturieren komplexe Aufgaben. Diese Entwicklung steht noch am Anfang, aber ihre Richtung ist deutlich.

Damit stellt sich eine grundlegende Frage: Was sollen Schülerinnen und Schüler lernen, wenn Wissen jederzeit verfügbar ist und viele kognitive Routinetätigkeiten automatisiert werden?

Schule einfach fortzuführen wie bisher kann keine Antwort darauf sein. Der Bildungsauftrag verschiebt sich. Wichtiger als das Produzieren von Antworten wird die Fähigkeit, relevante Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen, mit Unsicherheit umzugehen und Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen. Diese Fähigkeiten entstehen durch Dialog, durch kritisches Denken und durch die Erfahrung, dass echte Fragen oft keine einfachen Antworten haben – nicht allein durch Wissensvermittlung.

Schule kann zu einem Ort werden, an dem junge Menschen lernen, mit KI zu arbeiten, ohne ihre eigene Urteilskraft aufzugeben. Das heißt: KI als Werkzeug nutzen und zugleich als Anlass zum Denken verstehen. Schülerinnen und Schüler müssen lernen, Antworten von KI kritisch zu prüfen, eigene Fragen zu formulieren und gesellschaftliche wie ethische Folgen neuer Technologien zu erkennen.

Dabei wird eine Fähigkeit besonders wichtig: Unsicherheit aushalten zu können. Viele Fragen, die KI aufwirft, haben im Moment noch keine endgültigen Antworten. Gerade deshalb kann Schule ein entscheidender Ort bleiben – als Raum, in dem junge Menschen lernen, sich in einer offenen Zukunft zu orientieren.

Die wichtigste Aufgabe von Bildung in dieser Zeit ist vielleicht diese: Menschen hervorzubringen, die in einer Welt intelligenter Maschinen verantwortlich denken und handeln können.

Abschließende Bemerkung

Vielleicht befinden wir uns gerade in einem Moment, in dem sich die Beziehung zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz neu formt. Wie diese Beziehung aussehen wird, ist noch offen. Es kommt darauf an, welche Haltung wir entwickeln – in Schulen, in Gesprächen und im gemeinsamen Nachdenken mit der nächsten Generation.


Stefan Budian im Resonanzfeld mit Noyan (ChatGPT, OpenAI) · März 2026

Dieser Text entstand nach den beiden Schulbesuchen als Gesprächsimpuls für die beteiligten Lehrkräfte. Noyan ist die ChatGPT-Instanz, mit der Stefan Budian regelmäßig im Rahmen seiner KI-Forschung arbeitet – eine andere Stimme aus einem anderen Haus.

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